Sophie-Charlotte-Gymnasium
Sonstiges

Sophie-Charlotte-Gymnasium
Sybelstraße 2
10629 Berlin

elFriede Freude Jelinek?

Erstellt am 24. März 2017 von Rolf Kaliske.
Kategorie: Keine

„Eigentlich ist das umgekehrt, zu dem, was ich früher wusste. Dass meine kindliche Liebe zu den Eltern nach vorne kippt, über mich drüberkippt und ich kann sie dann austrinken und ich kann dann jeden, der danach kommt, immer wieder den Becher Erdbeerjoghurt auslöffeln lassen, der mit dem Geschmack, als ich besonders Mama liebte, durchsetzt ist. (…) Keiner wird, an Mamas Liebe gemessen, bestehen können. Diese Liebe bleibt als ihre Form, als die Kuchenform, die Puddingform noch in der Luft erhalten und wird über alles drübergestülpt, was als Liebe sonst noch so daherkommen wird.“

(aus: Elfriede Jelinek, Winterreise, 2011)

 

Elfriede Jelineks Biographie und die zwanghafte Beziehung zu ihrer Mutter, die sie bis zu deren Tod nicht konstruktiv auflösen konnte, bearbeitete die Autorin in zahlreichen Texten. Dies inspirierte 18 Schüler_innen des Abiturjahrganges kurz vor ihrem Schritt in einen neuen Lebensabschnitt über Mutterliebe, Schutz und Geborgenheit, über die Biographien ihrer eigenen Mütter, über Mütterbilder und Erwartungen, aber auch über die Themen der Ablösung und dem „Zu Viel“ an mütterlicher Liebe auch in selbst geschriebenen Texten nachzudenken: „Wie sehr würde ich mir wünschen, dass sie endlos glücklich IST, anstatt uns permanent endlos glücklich machen zu wollen!“, lautete ein Gedanke aus dem Epilog.

 

Diese Themen spielerisch und bildhaft auszugestalten, war die Aufgabe des Theaterkurses, der in einem gemeinschaftlichen Prozess nach Art des postdramatischen Theaters zu erstaunlichen transgenerationalen Ergebnissen kam. Schillernd, lustbetont, explosiv und auch queer war das präsentierte Spiel-Potpourri voller Emotion und Spannkraft, jedoch auch mit inspirierenden Leerstellen, die nicht sofort mit rationalen Interpretationen gefüllt werden konnten. „Sinnloses“ Verstehen wurde immer wieder vom Publikum gefordert, das sich dieser Herausforderung in den 60 Minuten Spielzeit mit Hingabe und Humor widmete.

 

Die Spielleitung bestand diesmal nicht nur aus Frau Köhler, sondern sie bildete ein Tandem mit der ehemaligen Schülerin Anna Popova, die ihr Abitur 2012 an der SCG absolviert hat und jetzt Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert. Ein gelungenes Beispiel dafür, was es heißt, wenn SchülerInnen immer wieder auch die Regie  – oder zumindest die Dramaturgie! – übernehmen, denn…

 

„… das ist es, was wir (hören) wollen!“

(Jelinek, 2011)

Happy End

„Johann“ (Sami) und „Lotta“ (Lea und Parvati) – sie haben sich bekommen!

Trotz des von „Kärstner“ (Jonathan) gewonnenen Duells (ganz toll getanzt von Eylül, Zoe, Lisa und Lea, Ivan und Ana) hat schlussendlich doch die Liebe über die Vernunft gesiegt und die „Turteltauben“ konnten sich im Rahmen von „Werthers“ Vernissage in die Arme nehmen …

Denn: „Was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe?“

Vielen lieben Dank allen, die uns bei den Vorbereitungen in dieser intensiven Phase des Schuljahres unterstützt haben, und für die zahlreichen positiven Rückmeldungen an und zu unseren Theaterabenden.

DS-Aufführung „ICH?!“

Erschöpft und glücklich blicken wir, der DS-Kurs des 2. Semesters unter der Leitung von Frau Volbracht, auf unser erstes Stück zurück, das letzten Mittwoch Premiere hatte.

In den letzten Wochen vor der Aufführung haben alle Beteiligten nochmal richtig Gas gegeben, sodass wir am Mittwoch einen anscheinend unterhaltsamen und berührenden Theaterabend zeigen konnten, der durchweg begeistert vom Publikum aufgenommen wurde. Danke an alle, die da waren !!!

Hier ein paar Bilder von der Premiere:

 

DS-Aufführungen

Auch in diesem Jahr werden an unserer Schule wieder einige Theaterstücke aufgeführt. Auch wenn nicht alle genauen Aufführungstermine schon feststehen, möchten wir hier schon einmal ankündigen, welche besonderen Aufführungen wir in den Wochen bis zu den Sommerferien erwarten können.

Der DS- Kurs des 2. Semesters bei Frau Volbracht führt am 29.06. das Stück mit dem Arbeitstitel ICH ?! auf.

„In einzelnen Szenen und Performances untersuchen wir, was das für unsere (Alters-) Gruppe eigentlich bedeutet. Wir stellen uns Fragen wie: Wer bin ich ? Wer möchte ich sein ? Wovor habe ich Angst? Wann bin ich glücklich? usw. usf. und nähern uns diesen Fragen mit einzelnen „Ich-Splittern“, die der Zuschauer selbst in seinem Kopf zusammensetzen muss. Unser Stück besteht aus eigenen biographischen Texten und Performances. Es ist postdramatisch, unfertig und cool.“

Das Theaterstück wird an einem Abend mit dem DS-Kurs von Frau Engel aufgeführt, sodass die Zuschauer ein Ticket für beide Stücke kaufen.

Außerdem wird die Künste Gruppe des Wahlpflichtkurses Klasse 10 ebenfalls ihre Arbeit präsentieren. Der genau Termin hierfür folgt noch.